Das Wetter in  D-61279 Heinzenberg / Taunus






Die erste Wetter-"Cam"     ( Im Einsatz von März 2007 bis Juni 2013 )


Heutzutage gibt es eine große Auswahl an Outdoor-Kameras, was im Jahr 2006 noch nicht der Fall war, bzw. waren sie sehr teuer. Die heutigen Cams können per WLAN/LAN in's heimische Netzwerk eingebunden werden, somit ist nur ein Stromversorgungskabel zur Kamera notwendig. Wenn die Kamera per LAN angeschlossen ist, besteht auch die Möglichkeit, sie per PPOE ( Stromversorgung über LAN-Kabel ) zu versorgen.

Wie gesagt, daß war damals noch Zukunftsmusik und nachfolgend möchte ich eine Beschreibung meiner damaligen Bastel-Lösung vorstellen.

Zur Übertragung von aktuellen Wetterbildern in's WEB habe ich verschiedene Möglichkeiten ausprobiert.
Als Erstes kam eine Billig-USB-Kamera (Logitech QuickCam-Express) zum Einsatz, die Bildqualität war jedoch nicht zufriedenstellend.
Besonders mit den wechselnden Lichtverhältnissen kam die Kamera nicht zurecht und auch die relativ grosse Aufnahmeentfernung lieferte unscharfe Bilder. Diese Kamera ist wohl auch mehr für z.B. einen Video-Chat geeignet, außerdem verursachte der USB-Treiber relativ viel Prozessorlast auf dem Wetter-PC.
Dann gab es bei der Firma Pollin ein Sonderangebot für ein 2,4 GHz Funk-Kamera-Set, welches aus einer Mini-Farbkamera mit einer Auflösung von 352*288 Pixeln / 380 Zeilen sowie dem zugehörigen Funk-Empfänger bestand. Das Ganze für ca. 40,- Euro - nun, einen Versuch war es wert. Doch auch hier enttäuschte die Bildqualität.


Was also tun ? Profi-Kameras wie z.B. Modelle von Mobotix liegen preislich jenseits von Gut und Böse.
Dann erinnerte ich mich an einen alten Panasonic S-VHS-Camcorder (NV-MS1), der noch auf dem Dachboden lagerte.
Ein Riesen-Teil, aber von den optischen Eigenschaften m.E. jeder USB-, LAN-, etc. Kamera überlegen. Den Camcorder also flugs hinter einem Dachbodenfenster montiert, ein AV-Kabel zur Grabber-Karte im Wetter-PC verlegt und sieheda,
die Bildqualität war schon ganz ordentlich.
Probleme ergaben sich jedoch mit dem Dachfenster: Spiegelungen, Regen und Morgentau behinderten die freie "Durchsicht".
Wieder gegrübelt, was man tun könnte. Den Camcorder nach draussen verlegen ? Problematisch wegen der Grösse und dem dann benötigten Wetterschutzgehäuse. Es musste also ein kleinerer Camcorder her.
Bei einem bekannten Internet-Auktionshaus ;-) wurde ich dann fündig und habe dort einen Panasonic-Mini-DV-Camcorder (NV-DS29) mit leichten mechanischen Defekten für ca. 60,- Euro ersteigert. Dieser Camcorder "frisst" wohl ab und an das Band der eingelegten DV-Cassette - aber egal, auf Band wollte ich ja sowieso nicht aufzeichnen.
Als der Camcorder dann geliefert wurde, habe ich ihn gegen den vorhanden S-VHS-Camcorder ausgetauscht - die Bildqualität ist zwar nicht optimal, aber zufriedenstellend.
So, jetzt musste der Camcorder wegen den Problemen mit dem Dach-Fenster nur noch nach draussen verlegt werden. Dazu wurde aber ein Wetterschutz-Gehäuse benötigt. Diese Gehäuse findet man ebenfalls im WEB zu kaufen, allerdings sind sie grössenmäßig nicht ausreichend. Da mir bei meinem Regentrichter-Umbau Sanitär-Rohre aus dem Baumarkt schon gute Dienste geleistet hatten, entschloß ich mich, für das Gehäuse ebenfalls diese Rohre zu verwenden.


Selbstbau-Aussengehäuse :

Der Camcorder passte genau in ein Abflussrohr mit 110mm Durchmesser.
Zusätzlich habe ich noch eine Verbindungsmuffe, 2 Rohrschellen und zwei Deckel gekauft.
In den einen Deckel habe ich ein kreisrundes Loch (Durchmesser etwas grösser als das Kamera-Objektiv) gesägt. Hinter diesem Loch wurden eine Gummidichtung, sowie ein keisrundes, entspiegeltes Brillenglas (von einem befreundeten Optiker) mittels zweier Aluminium-Streifen befestigt.
Mit 4 Schrauben wird das Brillenglas durch die Alu-Streifen auf die Gummidichtung gepresst und das Loch ist somit abgedichtet. Der Camcorder wird dann einfach von hinten in das Rohr eingeschoben, bis sein Objektiv das Brillenglas berührt und mit ein wenig Schaumstoff fixiert.
Jetzt musste nur noch eine AV-Verbindung zum Wetter-PC geschaffen werden. Ein langes Kabel wollte ich draußen nicht verlegen, deshalb habe ich den 2,4GHz-AV-Sender aus dem o. a. Pollin-Kameraset aus der Minikamera ausgelötet und ebenfalls in das Gehäuse montiert. Dieser Sender ist etwa briefmarkengross und hat nur 4 Anschlüsse (Video, Audio, Plus und Masse). Der Video-Eingang des Senders wurde mit dem Video-Ausgang des Camcorders verbunden und die Betriebsspannung parallel an der sowieso vorhandenen Spannungsversorgung (7,2 V Steckernetzteil) des Camcorders angeschlossen.
An der Grabber-Karte im PC ist der Funk-Empfänger des Pollin-Sets angeschlossen, der nun das Video-Signal des Panasonic-Camcorders empfängt.

Natürlich könnte man die Übertragung auch mit einem entspr. langen AV-Kabel realisieren, aber da die Funk-Komponenten sowieso schon vorhanden waren, kamen halt diese zum Einsatz, was mir die (mühsame) Verlegung eines AV-Kabels durch den Keller in die zweite Etage des Hauses ersparte.

Die Kamera-Konstruktion ist jetzt draußen auf einer Pergola angebracht und läuft bisher problemlos. Es muss noch abgewartet werden, ob es evtl. thermische Probleme mit dem Camcorder geben wird. Ich denke aber, bei Kälte wird die Eigenwärme des Camcorders zur "Beheizung" des Gehäuses ausreichen. Falls es im Gehäuse zu heiß werden sollte, bringe ich noch ein längs aufgesägtes "Halb-Rohr" als Schattenspender über dem Gehäuse an.


Nachtrag 21.05.07:
Das klare Brillenglas wurde inzwischen durch ein selbsttönendes Brillenglas ersetzt, welches das "überstrahlen" bei direkter Sonneneinstrahlung mindert. Außerdem wurde auf das Camcorderobjektiv ein UV-Filter geschraubt, der merkliche Verbesserungen bei der Farbdarstellung des Cam-Bildes bewirkt.
Zusätzlich wurde - ebenfalls mittels eines halbseitig aufgesägten Sanitär-Rohres - ein Blendschutz nachgerüstet.
Nachtrag 10.01.12:
Camcorder ist seit März 2007 im Einsatz und bisher gab es keinerlei Probleme mit der Kamera bzw. dem Gehäuse.
Weder ein Beschlagen des Objektives bzw. des Brillenglases, noch Probleme mit überhitzung oder Kälte
(obwohl wir schon Temperaturen über 30 °C und unter -19 °C hatten).
Im November 2008 gab es leider einen mehrtägigen Ausfall bei der Funkübertragung, der allerdings selbst verschuldet war, da die Position des Funkempfängers unbeabsichtigt verändert worden war.
Nachtrag 11.07.13:
Der Camcorder war seit März 2007 im Einsatz und funktioniert zwar noch, aber nun läßt die Farbwiedergabe doch zu wünschen übrig.
Deshalb wurde jetzt auf eine IP-Cam umgerüstet ( siehe Edimax IC-30303 WN ).